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Große Orte I

Heute: das Behinderten-WC im “Hermann-Quartier”

Das hat Neukölln natürlich noch gefehlt: ein weiteres trauriges Low-Budget-Einkaufszentrum. Voyeuristen mit einem Faible für das Beobachten gescheiterter Lebensentwürfe können nun auch direkt am U-Bahnhof Hermannstraße im “Hermann-Quartier” neue Eindrücke gewinnen. Ich trat den beschwerlichen Fußweg an, um den Eröffnungscoupon des dort ansässigen “dm”-Marktes einzulösen: einmal “Balea”-Cremeduschgel in der Geschmacksrichtung Milch & Honig für umme. Gegenwert: 65 Cent. Jaha, 67% vom Nettogehalt VOR der letzten Gehaltserhöhung sind auch keine Unterlage für die ganz großen Sprünge… außerdem war ich schon immer der Milch & Honig-Typ; habe dann aber noch ein Päckchen Öko-Windeln gekauft, damit’s nicht so unangenehm auffällt…

Vorher musste ich aber noch dringend wohin. Wer frauniepi regelmäßig besucht, der weiß, dass die Möglichkeiten des würdevollen Austretens etwas beschränkt sind, wenn man einen vollbesetzten Kinderwagen bei sich führt. Also aufs Rolli-Klo. Die zuständige WC-Servicekraft musste mir allerdings vorher mit einem 50-Cent-Stück aufschließen, “wegen die Kiffers” lasse sie den geräumgen Abort schon lange nicht mehr offen zugänglich, nein nein, nicht mit ihr. Einmal drinnen, hatte ich eher den Eindruck, in der persönlichen Abstellkammer der WC-Bediensteten gelandet zu sein. Mehrere prall gefüllte “MäcGeiz”-Tüten in einer Ecke und obendrauf eine goldene Handtasche. Mit der Sauberkeit der Anlage war es auch nicht wirklich weit her…

Am schönsten allerdings der Waschtisch: unter dem Seifenpender lag ein 5-Euro-Schein, und davor ein Bounty-Riegel. Eine neo-expressionistische Installation? Oder gar Schlimmeres? Mit dem geschulten Auge des durch das westdeutsche Fernsehen der langen, langen 80er Jahre Imprägnierten schielte ich nach der versteckten Kamera… nee, dann doch lieber schnell raus hier.

Erstaunlich, wie man auch einem optisch eher, naja, schratigen Gesellen wie mir immer wieder dieses immense Vertrauen entgegenbringt, wenn ich die Lütte dabei habe (”Schau doch mal, ein Vater von sonem süßen Ding KANN doch kein schlechter Mensch sein”)… Haha… mit ein bisschen krimineller Energie ergäben sich da echt Möglichkeiten. Nunja, besser nicht. Aber für den schönen Gedanken ließ ich dann doch 40 Cent springen. Ein großer Ort.

Elternzeit I

Allerletzte Büromaßnahme am Wochenende: Arbeitsplatz räumen. Persönliches ins Zwischenlager daheim. Voraussichtlicher Tag der Rückkehr: 25.05.2009. Wenn man - sei es auch nur ganz kurz - seinen innersten Gedankenbrei mal allein vor sich hinköcheln lässt, fühlt sich Elternzeit irgendwie an wie arbeitslos…

Ich hoffe, das vergeht. Schnell.

Propellerfrei

Ein einigermaßen früher Sonntagmorgen Anfang November. Verquollen auf die Straße, Schrippen einholen. Gestern abend wieder viel zu spät die heimischen Federn aufgesucht, gegen Viertel nach 9 etwa. Schlimm. Davor in Moabit zum Geburtstagskaffeekränzchen beim lieben Jens, Rock’n Roll mit 4 kleinen Kröten zwischen 0,5 und ca. 3 Jahren. Und dann auch noch 2 Gläschen Sekt zum Apfelkuchen (Regina, Du Göttin!) UND ein Beck’s zum Chili con Carne… da geht der gemeine Jungvaterorganismus gerne mal in die Knie…

Nunja… ich also - dezibelgeprüft auf alles vorbereitet - ab in die frische Morgenluft und zum Backshop meiner Wahl… die Großstadt schlummert noch so still wie sie eben kann, ein kühler Windhauch aus Südwest und garantiert jeden Moment das leidlich vertraute…

Mo-ment.

Ach ja. Perdu. Das nervig laute Brummen, wenn die Turboprops in Tempelhof zur Startbahn rollen, ein ums andere Mal vom Wind auf den sommerlichen Frühstücksbalkon geseucht. Die wackeligen Kleinflieger, die gelegentlich mal an der Brandwand landen. Und überhaupt. Hat mich alles, 3 km vom Flugfeld entfernt, zugegeben nicht wirklich gestört, aber ich freue mich für all jene, die Ihren Balkon jetzt wieder kerosinfrei benutzen können und denen nie mehr sozial gestörte Planespotter das Vergnügen des nahtlosen Bräunens im eigenen Kleingarten vergällen. Gut, manche wollen den Zugewinn an Lebensqualität nicht wahrhaben, trauern einem Auslaufmodell nach und faseln von der drohenden Verhasenheidisierung des Tempelhofer Feldes. Aber das gibt sich schon noch. Die ganz Schmerzfreien können ja nach Rudow ziehen, da soll es ab 2011 ordentlich dröhnen…

Oh, jetzt höre ich doch noch was… ein Blick nach oben: Kraniche, mindestens 40 oder 50 Stück haben sich zum Pausentee in eine lokale Thermik eingeklinkt und ziehen genau über meinem Kopf (naja, einige 100 Höhenmeter trennen uns dann doch) langsam ihre Kreise… Freunde, was macht Ihr denn noch hier? Wahrscheinlich wollten sie mit eigenen Augen sehen, was man ihnen aus der Ferne zutrug: Berlin ist seit Freitag wieder ein paar Gramm lebenswerter…

EIN HALBES JAHR…

…und ich rück sie nich mehr raus…

…Insel Poel / 08.10.08…

…schönste Bilder rund um die kleine Kröte gibts übrigens hier: http://www.ipernity.com/doc/17467/album/58518

Das erste Wort…

…ist wohl noch lange nicht gesprochen; aber herrlich, aus dem neuerdings sturzbachmäßig sprießendem Gebrabbel frühe Artikulationen herauszuinterpretieren: “Da! Eindeutig “Papa”!!!” - “Jaja, sicher…”. Sehr beliebt und häufig im Gebrauch ist die Lautkette “Alta!”, was bei einer an der Grenze von Buckow und Gropiusstadt Geborenen ja auch wirklich kein Wunder zu sein braucht…

3 Monate…

…und noch immer kaum zu glauben.

Und Schluss is’!!!

Achja, schon putzig, diese Spanier… warum nicht? Besser warnse ohnehin…

Hm… was ich aus der EURO-Zeit am meisten vermissen werde? Sinds die Alkis vorm Kaiser’s am Schmollerplatz, die sich ihre Oettinger- und Sternburg-durchseuchten Gemeinheiten stilecht in den Farben der Saison Schwarz, Rot und GELB um die Ohren sabberten, oder warns die Chips mit Biergeschmack, die drinnen verkauft wurden? Schwierig…

Ich glaube, ich vertage die Entscheidung auf 2010 und gehe man schön zu meinen Damen in die Heia.

Zeit flutscht voran…

Das Timing unserer Lütten scheint ausgeprägt, vor allem an besonderen Tagen und in ebensolchen Momenten Bedeutendes zu tun. So hat sie ca. 2 Sekunden nach dem von Podolski erzielten 2:0 gegen Polen derart amtlich in die Windel gekoffert, dass die müden Böller, die zeitgleich in den Neuköllner Himmel gingen, im wahrsten Sinne des gekalauerten Wortes nicht dagegen anstinken konnten. Höhö.

Und heute? Pünktlich zum zweimonatigen Jubeltag läutet Rosa die hoffentlich ausgiebig lange Ära des aktiven Spielens ein… nachdem die dicken, wurstartigen und lustig unkontrolliert vorm Gesicht herumzappelnden Dinger schon seit längerem als etwas irgendwie eigenes erkannt zu sein schienen, folgte vor wenigen Stunden Zündendes: ein paar vorm Gesicht präsentierte bunte Holzringe wurden wiederholt vorsichtig angestubst, ein erschöpfender Vorgang, kulleraugig bestaunt… bin sehr gerührt und hibbele der hoffentlich zeitnahen Fortsetzung entgegen.

Männerhandtäschchen deLuxe

Heute von der Liebsten zum Ehrentage geschenkt bekommen… wird umgehendst eingeweiht, juhu!!!

Galerie unhöflicher Tiere - Teil I

Heute: Alpaka im Zoo Berlin